Nationalismus ergibt keinen Sinn

Eine anthropologische Frage zu einer politischen Frage umzudeuten, heißt, den Sinn der Evolution zu mißdeuten, bzw. sein Ziel schon zu kennen. Uopie und Hybris haben dieselbe Wurzel: Sich aus der Realität der Interdependenzen stehlen und dem Determinismus ein Schnippchen schlagen zu wollen.
Den Baum der Erkenntnis schändet man nicht, ohne dafür zu zahlen, und sei es um den Preis des Verlustes der schönen Träume.
„Die Welt hat ohne den Menschen angefangen und wird sich auch ohne ihn vollenden.“
Claude Levi-Strauss

Diese Frage ist für mich nicht rein anthropologisch. Die Politik fördert die Ungleichheit und Ausbeutung mit starken Mitteln. Fährt mensch eine andere Grundsatzpolitik, in die viele Bereiche wie Außenpolitik, Wirtschaft, Bildung etc. etc. einfließen, nimmt das auch Einfluss auf die Wahrnehmung. Aktuell ist alles auf Konsum, immer mehr und immer weiter ausgerichtet. Das kann nicht ewig weitergehen und wird früher oder später ernste Konsequenzen haben. Entweder warten wir diese ab, oder denken um und handeln dann dementsprechend. Noch haben wir es in der Hand.

Es ist natürlich ein leichtes Totschlagargument alles auf die Natur des Menschen zu schieben. Ich sage dann: Der Mensch ist wenn er auf die Welt kommt ein soziales Wesen. Alles andere ist Erziehung, Prägung, Wahrnehmung etc. Das sind Faktoren, an denen geschraubt werden kann, ohne den kleinen Menschen bereits in eine vorbestimmte Bahn zu stoßen.

Die Scheuklappen abnehmen, den Tunnel sprengen. Wir können viel mehr, als wir denken, davon bin ich überzeugt. Besonders im Miteinander, auch weltweit.

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  1. Noch haben wir es in der Hand? Woher diese Gewissheit? Welche Fakten begründen diese Annahme? Man kann nicht gleichzeitg von „dem“ Menschen plaudern, der alles sinnlos zerstört, um in ihm dann, im nachhinein, Korrekturmöglichkeiten hineinzuprojizieren, die vorher, in ihrem Fehlen, die Kritik auslösten! Das ist eine Kontradiktion innerhalb eines circulus vitiosus! Sie müssen sich schon mal entscheiden, ob es die Menschheit oder nur einige Menschen sind, die die Verursacher geben. Und genau darin liegt eben ein anderes Totschlag-Argument: Man erweitert den Kreis der „Schuldigen“ so weit, dass jeder sich schuldig fühlt, um ihn dann mit der moralischen Keule um so leichter abbürsten zu können. Das nennt man in der Rhetorik eine absichtliche Fehladressierung, um das Thema zu okkupieren, damit man bloß auf der sicheren Seite steht.

    Woher die Gewissheit? Wir existieren noch und mir ist ein genaues Ablaufdatum für den Planeten Erde nicht bekannt, daher die Gewissheit, dass es noch Chancen und Möglichkeiten gibt unser Zusammenleben untereinander und mit dem Planeten zu verbessern. Nur weil in Vergangenheit und Gegenwart Verbrechen begangen und Fehler gemacht wurden/werden heißt das ja wohl nicht, dass es für immer dabei bleiben muss.
    Ich habe nirgendwo gesagt, dass der Mensch alles sinnlos zerstört. Wo steht das? Ich habe sehr verallgemeinernd geschrieben, das nehme ich als Kritik gerne hin. Würde ich die gesamte Gesellschaft auf die letzte Gruppe analysieren wollen, hätte ich aber wohl einen anderen und wissenschaftlicheren Rahmen als diesen gewählt und wir würden von einem nie zu Ende führbaren Lebenswerk reden. Natürlich ist es nicht die gesamte Menschheit, ich denke das war im Kontext aber auch den allermeisten klar. Ich habe mich bemüht, die Schuld (Ausbeutung, Leid und Tod von vielen Millionen Menschen) nicht nur auf die oft zitierten „Eliten“ hüben wie drüben zu schieben, sondern auch die Bürger außerhalb der Epizentren der Macht einzubeziehen, wenn wir die Wehrlosen in den Slums, Fabriken, Minen, Feldern und Bauernhöfen der dritten Welt mal ausnehmen. Nicht jede/r soll sich schuldig fühlen. Nicht jede/r kann sich schuldig fühlen. Ich beschreibe im Text deshalb den Widerspruch, den es immer braucht.
    Wenn Sie sich nicht mit der moralischen Keule abbürsten (ich stelle es mir bildlich vor: Amüsant) lassen wollen, wenn Sie es denn so wahrnehmen, dann lassen Sie es halt. Zwinge ich irgendjemandem etwas auf? Ich denke nicht.
    Ich möchte niemanden persönlich angreifen. Außer vielleicht Rassisten, denn deren Meinung hat in einer Demokratie und auch sonst nirgendwo eine Existenzberechtigung.
    You replied to this comment.
    „Ich habe nirgendwo gesagt, dass der Mensch alles sinnlos zerstört.“ Einerseits sagen Sie , Sie hätten nicht verallgemeinert, um im nächsten Abschnitt „wenn wir die Wehrlosen in den Slums, Fabriken, Minen, Feldern und Bauernhöfen der dritten Welt mal ausnehmen.“ sofort wieder anderseits zu verallgemeinern!!!!
    Wer ist denn „wir“? Wer ist denn das Subjekt dieses Personalpronoms? Ist es als Pluralis Majestatis
 zu verstehen, oder sprechen Sie von einem bestimmten Verein, dessen Vorstand Sie sind?
    Nein, Sie adressieren nach belieben, wie es gerade in ihre moralisch-politische Projektion paßt.
    Mal ist es die gesamte Gesellschaft, mal nur die Eliten (zu denen sie sich zählen? Anscheinend nicht, denn dann wären sie nicht so pejorativ), dann wieder die westliche Wertegemeinschaft….
    – ach, wissen Sie (nehmen Sie es mir nicht übel), ich hab’ diesen abgefuckten Diskurs so dermaßen satt, der in einem dauernden, jammernden Loop hängend, nebulöse Geister vertreibt. Nennen Sie Namen, von mir aus, oder verweisen Sie auf Kontexte bzw. Subtexte, aber bitte, kommen Sie aus der rhetorischen Tretmühle heraus, die in den protestantischen Pfarrhäusern der 80er so lieblich gepflegt wurde: Die „Dritte Welt“ ist auch nur eine Welt!
    „Zwinge ich irgendjemandem etwas auf? Ich denke nicht.“-Nein, das tun Sie nicht. Sie machen etwas übleres. Ich fände es schön, wenn Sie nur ein „blöder Agitator wären“. Dann hätte ich es leichter mit dem „abbügeln“. Sie sind ein „moralischer Heuchler“! Sie nutzen das Internet ohne Gewissensbisse, obwohl Sie wissen müßten, dass es nur existiert aufgrund von Ausbeutung und Umweltzerstörung. Die seltenen Erden in ihren Geräten kommen aus dem Kongo oder China. Kupfer, Koltan, Zink, Gold, Blei….ihr ganzes Spielzeug und die dazu benötigte Energie, so wie der Ausbau dieses Netzes, leben sozusagen von massenhafter Umweltzerstörung. Mit jedem Tastendruck löschen Sie einen Baum, ein Leben, einen Quadratzentimeter Natur aus. Das ist Folge der Hochvernetzung.
    Sie jammern auf hohem Niveau Ihr eigenes, unseliges Tun an, um Ablass zu bekommen, von der weltweiten Gemeinde! Nur ich hier, gewähre Ihnen diesen Ablass nicht. Ihr Selbstmitleid ist mir zu wenig ausdifferenziert.
    „Ich möchte niemanden persönlich angreifen. Außer vielleicht Rassisten, denn deren Meinung hat in einer Demokratie und auch sonst nirgendwo eine Existenzberechtigung.“– Ich will Ihnen nicht zu Nahe treten, aber sie betreiben längst selber Rassismus. Einen hoch sublimen, harmlosen, netten Rassismus…..aber er ist einer. Ihr ganzes Vermögen, ihre materielle Existenz beruht auf dem einen Kern: Ich habe etwas, was Du nicht hast, weil ich hochzivilisiert bin und du nur irgendein „Nigger-Junge“ in Botswana! Natürlich können Sie sich jedem persönlichen, beleidigenden Rassismus enthalten (und das ist lobenswert), aber dem strukturellen, systemischen Rassismus entkommen auch Sie nicht. Internet ist purer Rassismus, weil er einer Elite erlaubt, lebenswichtige Geschäfte zu tätigen, die andere ausschließt. Der homo technicus deklassifiziert immer den homo ludens und der veralbert den homo erectus. Das ist die Falle, die Sie mit Wortewölckchen vernebeln.
    Immer wieder eine Freude.
    Gruß Fabian
    Vorab: Mit den Personalpronomen haben Sie recht, da werde ich in Zukunft drauf achten.
    Sie stürzen sich die ganze Zeit auf einzelne Begriffe, um an diesen alles zu dekonstruieren, was im Rahmen einer solchen Diskussion weder notwendig noch zielführend ist. Vier Ausrufenzeichen hintereinander verleihen Ihren Aussagen auch nicht mehr Aussagkraft.
    Ich finde es in Ordnung, dass Sie versuchen mir die Wortwahl vorzuhalten. Inhaltlich kommt da aber ganz wenig von Ihnen. Sie schmeissen mit philosophischen ‚Fachbegriffen‘ der niederen schulischen Oberstufe um sich, um was zu zeigen? Sie tuen nichts anderes, als sich in diesem Diskurs als Maß aller Dinge zu erheben auf eine derart unsympathische Art, dass die Milch sauer wird. Eine ganz schön lächerliche Selbstadelung.
    Ihre persönlichen Ausbrüche gegen mich sind nun völlig überflüssig. Auf der einen Seite versuchen Sie offenbar methodisch zu dekonstruieren, um dann ausfallend und persönlich zu werden. Passt nicht zusammen und wirkt einfach nur arrogant und herablassend, auch wenn Sie Beleidigungen albern in Anführungszeichen setzen.
    Jammern auf hohem Niveau also. Sie entlarven sich immer mehr. Ich weiß, wo ich hier lebe und was ich konsumiere, danke. Es ist aber leider kaum möglich, auf alles zu verzichten, was unter Unrecht und Ausbeutung produziert wurde. Ich habe dennoch bereits einige Schritte eingeleitet, um dafür sensibler zu werden und nicht mehr alles blind zu konsumieren. Weil ich hier auf dem Kontinent lebe, der von einer systematischen Ausbeutung seit Jahrhunderten profitiert, darf ich also nicht meine Stimme dagegen erheben? Ich weiß, dass ich zwangsläufig ein Teil davon bin, wenn auch indirekt, was nicht viel besser ist. Dennoch könnte eine Bewegung auch in den hiesigen Gefilden dafür sorgen, dass mehr Gerechtigkeit Einzug hält.
    Ich glaube kaum, dass es sich um einen bewussten, systemischen Rassismus handelt, sondern viel mehr um schlichte Ausbeutung. Den Fabrikherren war es im 19. und 20. Jahrhundert auch völlig egal, wer in den Fabriken unter unmenschlichen Bedingungen geschuftet hat. Ich bin der Meinung, es verhält sich ähnlich mit den Leuten, die unseren Kram am anderen Ende der Welt herstellen, wir müssen sie sogar nichtmal sehen, da wir die Probleme der Industrialisierung und deren Elend einfach outgesourcet haben. Trotzdem verstehe ich das Argument des systemischen Rassismus und bin davon überzeugt, dass er in den Köpfen einiger Leute fest verankert ist, als reines Überlegenheitsdenken.
    „Internet ist purer Rassismus, weil er einer Elite erlaubt, lebenswichtige Geschäfte zu tätigen, die andere ausschließt“ Welche Elite denn? Sie verallgemeinern! Seit wann ist eine Elite denn eine Rasse? Wen oder was meinen Sie? Sie halten mir also vor, ich wäre ein Heuchler, weil ich das Internet konsumiere, sagen aber auch es sei lebenswichtig. Hä? Außerdem: Sind diese Geschäfte für alle Menschen lebenswichtig? Dann müssten ja alle ohne Internet dem Tode geweiht sein, oder sind nur dir ominösen Eliten gemeint? Das Internet hat trotz allem eine ungeahnte Reichweite wie sonst kaum etwas auf diesem Planeten. Wieso es also nicht nutzen, um Verbesserungen möglich zu machen, die vorher mangels Aufmerksamkeit undenkbar gewesen wären?
    Ich fühle mich frei, mich selbst und auch manche Teile unserer Gesellschaft und ihrer aktuellen Ordnung zu kritisieren und das ich mich da selbst nicht ausnehme betone ich immer wieder. Ich nehme gerne Kritik an und kann nicht alle Ihre Punkte abstreiten, was ich im Übrigen gut finde. Allerdings spielen Sie sich als eine Pseudo-Instanz.. für was eigentlich genau (?) auf und schlagen sich dabei letztendlich mit der eigenen, dekonstruierenden Methodik, die Sie so verzweifelt bemühen.
    Eine sarkastische Verabschiedung spare ich mir im Gegensatz zu Ihnen einfach mal, ist nämlich in diesem Kontext ziemlich überflüssig.
    Stattdessen verbleibe ich einfach mit Grüßen
    Tanne
    Maschendrahtzaun:
    Kommen wir zurück zum eigentlichen Thema, sonst verlieren wir uns im „klein-klein“.
    Ich erwiderte Ihnen, dass Nationalismus keine politische, sondern eher eine anthropologische
    Konstante ist. Sie umgingen durch Schwerpunktverlagerung geschickt das schwierige Gewässer.
    Ich gehe dahin zurück!
    Warum also anthropologisch?
    Weil Nationalismus nur eine abstrahierte Form der territorialen und kulturellen Abgrenzung ist!
    In dieser abstrahierten und immer wieder mißbrauchten Form erzeugt diese Abgrenzung Widerwillen, zurecht, wie ich meine. Brechen wir sie aber herunter und sehen tiefer nach, erkennen wir den chauvinistischen Nationalisten in jedem von uns!
    Sie glauben es nicht? Also brechen wir die Abgrenzungsstrategie hinunter.
    Da wäre nach dem Staat, das Volk, der Stamm, dann der Clan, dann die Familie, dann die Zweierbeziehung und dann der persönliche Freiheitsraum.
    Jeder hat auf irgendeiner Stufe der territorialen Abgrenzung sein Scherflein schon mal ins Trockene geholt und sei es im Einklagen des eigenen „Tanzbereiches“.
    Nationalismus ist also nichts weiter, als eine territoriale Nähe-Distanz-Problematik, die ihre neuronale Repräsentanz im limbischen System hat.
    Jeder würde sofort als Menschenrecht seine Würde und seine persönliche Integrität einklagen!
    Aber was sind Würde und Integrität? Sie sind territoriale Ansprüche auf Unversehrtheit!
    Genau darin liegt das Problem.
    Immer wieder gerne,
    Gruß Fabian
    Dekonstruierender Nachtrag:
    „Welche Elite denn? Sie verallgemeinern! Seit wann ist eine Elite denn eine Rasse? Wen oder was meinen Sie? Sie halten mir also vor, ich wäre ein Heuchler, weil ich das Internet konsumiere, sagen aber auch es sei lebenswichtig. Hä?“
    Sie, mein Freund, gehören zu den „Eliten“! Und weil Sie das nicht kapieren und lieber ihr Nest beschmutzen wollen, um als „Neo-Jesus“ der Enterbten auftreten zu können, ist es so widerlich, was Sie tun: Sie gehen für die Jungfräulichkeit huren und pissen uns (Usern) dabei auf den Kopf und sagen nicht mal „Danke“. Sie machen das, was Generationen von Möchtegern-Intellektuellem schon immer gern getan haben: Virtuelles Weltverbessern auf Kosten der anderen oder zumindest so tun, als täte man das. Prost auf Ihre Pisse!
    Immer wieder gern
    Fabian

Tanne's lyrische Lichtungen

Jaja, im Leben muss nicht alles einen Sinn ergeben, schon klar. Sinn ist ein großes Wort, das ohne Ende mit Inhalt aufgebläht werden kann, bis es platzt und aus ihm ganz viele neue Wortsysteme entstehen, so wie ein literarischer Urknall halt.

Rein historisch betrachtet fällt mir zum Geschwür des Nationalismus aber nichts anderes ein als die Worthülse „sinnlos“. Wenn „sinnlos“ also eine Worthülse ist, mit welchem Wort habe ich dann auf den Nationalismus soeben geschossen? Richtig, mit Sinnlosigkeit. Wie kommen Menschen darauf, sich auf ihre völlig zufällig angeborene Staatsangehörigkeit derart etwas einzubilden, dass sie diese zum Maß aller Dinge, zum Zentrum ihres Universums erheben und somit andere ausgrenzen. Die US-Amerikaner zum Beispiel. Vor 30-40.000 Jahren wanderten Menschengruppen aus Asien über einen zugefrorenen Weg nach Alaska ein und verbreiteten sich von dort bis hinunter nach Mittelamerika und noch weiter. Die Inka, Maya, Azteken, Indianer, sie alle stammten von diesen Menschen ab…

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